Ljana, Connemara x VB 2018
Kalif, polnisches Halbblut 1998
Maika, Irländerstute 1993
Die Frage, was eine gesunde Bewegung und Körperhaltung ist und wie man sie erhalten, fördern oder wieder zurückbringen kann, beschäftigt mich schon seit meiner Jugend. Ein Thema mit unglaublicher Tiefe und Komplexität, das meinen Weg massgeblich geprägt hat und auch der Kern meiner Arbeit ist.
In der Pferdewelt ist ein gewisses Bewusstsein dafür vorhanden, dass wir als Reiter unsere Pferde in ihrer Bemuskelung beeinflussen, positiv wie negativ. Die meisten Reiter wollen ihre Pferde gesund erhalten und auf eine pferdegerechte Art reiten und wünschen sich für ihr Pferd eine schöne Oberlinie, und doch scheitern viele daran. Pferde gesund zu reiten ist ein unglaublich komplexes Thema. Es gibt viele, viele verschiedene Trainingsmethoden und deren Ansätze sind komplett unterschiedlich, aber auch die Ziele und was als richtig empfunden wird könnte unterschiedlicher nicht sein. Manche dieser Ansätze sind auch aus der Sicht des Pferdewohls äusserst problematisch.
Das zeigt, dass es gar nicht so eindeutig ist, was richtig und was falsch ist, und dass unterschiedliche Menschen Themen unterschiedlich bewerten.
Im Sinnes des Pferdes zu arbeiten ist nicht nur aus ethischer Sicht sinnvoll, sich wohl zu fühlen ist Grundlage dafür loslassen zu können, sich geschmeidig zu bewegen und sein Bewegungspotential ausschöpfen zu können.
Eine gute Körperhaltung und eine gesunde Bewegung geht einher mit einem Gefühl von Beweglichkeit, Stabilität, Leichtigkeit und Klarheit. Gesunde Bewegung ist funktional, effizient, schonend und entspricht der Natur unseres Wesens. Das ist genau so wichtig für den Mensch wie für das Pferd. Es ist ein Unlearning, ein Loslassen von Spannungen und Ideen die die ursprüngliche natürliche Bewegung verhindert. Oft ist es auch ein Entdecken von Bewegungspotential das vergessen wurde und in manchen Fällen nie entwickelt wurde. Genau so wichtig ist es auch, dass wir lernen wie wir mit dem Pferd arbeiten können, ohne dass wir wieder unnötige Spannungen verursachen.
Auch die Entwicklung von Körpergefühl, Achtsamkeit und Beobachtungsgabe sind Kernthemen, ohne diese verursachen wir unbewusst die Probleme, die wir loswerden möchten wieder.
Meine Suche nach Möglichkeiten körperliche Probleme wieder zu lösen hat mich diverse therapeutische Methoden lernen lassen und durch jede habe ich gelernt, den Körper mit einer andere Linse zu betrachten und immer allumfänglicher zu verstehen.
Auf der Trainingsebene habe ich durch die Alexandertechnik, die Akademische Reitkunst und im Bereich des Horsemanships viel Wissen gefunden. Es geht nicht nur ums auflösen von Problemen, sondern auch darum etwas mit dem Pferd zu machen, zu lernen und Spass zu haben.
Genau so wichtig ist die Beziehung zwischen Mensch und Pferd, die Beziehung zu seinem eigenen Körper, die Kommunikation und das Hinhören. Traumasensitivität und das Verständnis für das Nervensystem und wie Pferde lernen sind nötig für Offenheit. Losgelassenheit, Vertrauen und Harmonie.
Die Hufe sind ein Teil des Körpers den ich sehr genau erforscht habe.
Körper und Geist sind untrennbar verknüpft, man kann nicht mit dem einen arbeiten ohne den anderen mit einzubeziehen. Komplex, aber auch extrem spannend, eine Reise auf der ich noch bis an mein Lebensende mehr dazulernen werde.
"As above, so below, as within, so without, as the universe, so the soul"
- Hermes Trismegistus